Psychotherapie in Göttingen

Traumaheilung mit EMDR

EMDR ein innovatives Verfahren zur Traumaheilung

EMDR ist die Abkürzung für “ Eye Movement Desensitization and Reprocessing“, was auf Deutsch „Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung“ bedeutet. EMDR arbeitet mit einer bilateralen Stimulation: die Klientin folgt den Fingern des Behandlers mit den Augen, während dieser seine Hand abwechselnd nach rechts und links bewegt. Diese Stimulation unterstützt das Gehirn, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren und die belastenden Erinnerungen zu verarbeiten.  Mit EMDR ist Traumaheilung schonend und elegant möglich.

Was ist ein Trauma

Bei einem Trauma handelt es sich um ein erschütterndes Ereignis, das so schnell, heftig und intensiv auf uns einwirkt, dass unser Gehirn außerstande ist, es geordnet zu verarbeiten. Typischerweise geht dies mit Gefühlen von Hilflosigkeit, Ausgeliefert-Sein und Kontrollverlust einher. Bei so hochgradigem Stress wird unser Körper von den Stresshormonen Adrenalin und Cortisol überschwemmt. Es handelt sich hierbei um eine Notfall-Reaktion unseres Organismus bei dem unser Überleben höchste Priorität hat. Die Stresshormone versetzen unseren Organismus in die Lage, zu kämpfen oder zu fliehen. Falls Kämpfen oder Fliehen, trotz unvorstellbarer Kraftentwicklung, erfolglos ist, kommt es zur sogenannten Erstarrung. In diesem Zustand ist die Schmerzempfindlichkeit sehr reduziert, das bewusste Denken wird abgeschaltet, der Körper ist unbeweglich. Es sind die gewaltigen, nicht zur Vollendung gekommenen und  in der Erstarrung gebundenen Energien, die uns in einem leicht auslösbaren Alarmzustand halten.

Elemente unseres Erlebens

Unser Erleben – von Moment zu Moment – besteht aus einzelnen Puzzlesteinen: Momente des Hörens, Riechens, Sehens oder Schmeckens gehen zusammen mit Körperempfindungen, Gefühlen und Kognitionen (z.B. Schlussfolgerungen und Interpretationen). Jeder Puzzlestein hat im Gehirn seinen eigenen, z.T. weit voneinander entfernten, Gedächtnisbereich, wo er gespeichert wird. Es braucht die integrierende Funktion des sogenannten Hippocampus (Seepferdchen), einer neuronalen Struktur im Zwischenhirn, um aus dem Erlebten ein zusammenhängendes, erzählbares, erinnertes Ganzes zu machen.

Das Trauma hemmt den Hippocampus

Das Stresshormon Cortisol, das in der traumatischen Notfallsituation den Körper überschwemmt, hemmt den Hippocampus in seiner ordnenden Funktion. So kann das schlimme Ereignis nicht geordnet gespeichert werden.  Wenn der Hippocampus blockiert ist, bleiben die rohen, Moment für Moment erlebten Erfahrungsfragmente freischwebende, ungeordnete Puzzlestücke. Diese Puzzlestücke, die keine zusammenhängende, erzählbare Erinnerung bilden, können massiv unsere Gegenwart beeinflussen, ohne dass uns unbedingt bewusst ist, dass etwas aus der Vergangenheit auf uns einwirkt. Solange die einzelnen Erlebens-Bausteine im Gehirn fragmentiert bleiben, werden sie immer wieder in unseren Alltag, in unsere Beziehungen eindringen und uns wieder und wieder in Angst und Schrecken versetzen.

Traumaheilung mit EMDR – Psychotherapie Göttingen

Es braucht eine Aktivierung des Hippocampus, um die buchstäblich neuronal verstreuten Puzzlestücke miteinander zu verknüpfen. Erst dann kann das schlimme traumatische Erleben, Teil unserer erzählbaren Vergangenheit werden. Erst dann können wir das Erlebnis auf unserer biografischen Zeitschiene einordnen und fühlen, dass es vorbei ist. Und erst dann klingt die körperliche und seelische Alarmbereitschaft, die Angst und Panik ab.
Auch wenn man noch nicht genau weiß, wie EMDR wirkt, so vermutet man, dass über die bilaterale Stimulation der Augen, die linke und rechte Gehirnhälfte harmonisiert werden und der Hippocampus in seiner integrierenden Funktion wieder „online geht“.

Achtsamkeitsbasierte Psychotherapie, Körperpsychotherapie und PEP: Ängste, Depression, Burnout, Entwicklungstrauma überwinden

EMDR hilft nicht nur zur Traumaheilung

Anwendungsgebiete im Überblick
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • starke Trauer nach Verlusterlebnissen
  • Auswirkungen belastender Lebenserfahrungen z.B. Unfall, Tod eines Angehörigen, Trennung, Arbeitsplatzverlust, Berentung, Mobbing
  • traumatische Erfahrungen und damit einhergehende Traumafolgestörungen
  • körperlichen, sexualisierten oder emotionalen Traumata
  • Angst- und Panikstörungen
  • Phobien, z.B. Prüfungsangst, Flugangst, Höhenangst, Tierphobien, Klaustrophobie
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • stoffgebundene Abhängigkeit (besonders im Zusammenhang mit einer Traumafolgestörung)
  • chronische Schmerzzustände
  • Allergien
  • psychosomatische Beschwerden
  • Stressbewältigung
  • Burnout-Prävention
  • Selbstwertproblematik
  • Leistungsblockaden
  • unerwünschte Verhaltensmuster
  • Selbstmanagement