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Achtsamkeit und Sucht

  • Chiesa und Serretti (2014) referieren 24 Studien, in denen sich nach achtsamkeitsbasierten Interventionen der Konsum von Alkohol, Kokain, Amphetaminen, Marihuana, Zigaretten und Opiaten in einem signifikanten Ausmaß stärker reduzierte als in entsprechenden Kontrollgruppen. Es gibt Hinweise, dass die Interventionen das Craving – das Verlangen nach dem Suchtmittel – und damit die Rückfallgefahr verringern [CrossRef]
  • 286 substanzabhängige Personen wurden per Zufall drei Gruppen zugeordnet: Eine absolvierte das achtwöchige MBRP-Programm (Mindfulness-Based Relapse Prevention), eine andere ein verhaltenstherapeutisches Rückfallprophylaxe-Programm und eine erhielt die sonst übliche Behandlung. Beide Gruppen waren nach sechs Monaten der üblichen Behandlung in Bezug auf Tage ohne Substanzkonsum überlegen. Die kognitive Verhaltenstherapie half mehr als MBRP den Zeitraum ohne Substanzgebrauch zu verlängern, allerdings hatten die Teilnehmer der MBRP-Gruppe nach zwölf Monaten signifikant weniger Tage mit Suchtmittelkonsum und weniger schwere Rückfälle als jene der beiden anderen Gruppen (Bowen et al 2014) [CrossRef]
  • Achtsamkeit bei Zigaretten-Craving (Rogojanski, Vettese & Antony 2010) [CrossRef]
  • Übersicht (Bachelorarbeit) „Achtsamkeitsbasierte Ansätzen in der Psychotherapie von Abhängigkeitsstörungen“ (Gmerek 2009) [pdf-download]
  • Kritische Übersichtsarbeit (Review über 25 Studien): „Overall, although preliminary evidence suggests mindfulness meditation-based interventions (MM) efficacy and safety, conclusive data for MM as a treatment of substance use disorders are lacking“ (Zgierska et al 2009) [PubMed]
  • MBSR adaptiert für „Therapeutic Community Treatment „(MBTC): Studie mit 459 substanzabhängigen Patienten im Kontrollgruppendesign (Marcus et al 2009) [CrossRef]
  • Evaluation von MBSR in der Behandlung von Abhängigen: Nützlichkeit, Übertragbarkeit und Nachhaltigkeit (Carrol et al 2008) [CrossRef] [article]
  • Achtsamkeit bei Sucht (Singer 2006) [article]
  • Achtsamkeit: Ein neuer Ansatz zur Psychotherapie süchtigen Verhaltens (Heidenreich, Schneider & Michalak 2006) [CrossRef]
  • Urge Surfing (aus Mindfulness Training von C Walsh, 2006) [pdf-download]
  • ACT bei Opiatabhängigen mit zusätzlichem Missbrauch anderer Substanzen in Ergänzung zur Methadonsubstitution: ACT führt zu einer objektiv gemessenen und zu einer subjektiv empfundenen Verringerung der Gesamt-Drogen-Dosis (Hayes et al 2004) [CrossRef]
  • ACT zur Raucherentwöhnung im Vergleich zu Nikotin-Ersatz-Therapie. Keine Unterschiede nach Therapieende, bessere Ergebnisse beim 1-Jahres Follow-up (Gifford et al 2004) [CrossRef]

 

Achtsamkeit hilft bei Trauma

  • Bei einer systematischen Suche nach der Wirkung von achtsamkeitsbasierten Verfahren bei Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) fanden sich 12 Studien, die allerdings methodische Mängel aufwiesen. In der Mehrzahl der Studien zeigte sich eine Verringerung der PTBS-Symptomatik, im Besonderen des Vermeidungsverhaltens (Banks et al 2015) [CrossRef]
  • Je 58 Veteranen mit PTBS wurden per Zufall einer MBSR-Gruppe oder einer aktiven Kontrollgruppe zugewiesen. In der MBSR-Gruppe nahm die Schwere der Symptomatik im Kontrollgruppenvergleich klinisch deutlicher ab. Die depressive Symptomatik verringerte sich, die Lebensqualität nahm zu und die Besserung blieb über die beiden folgenden Monate des Beobachtungszeitraums erhalten. Allerdings entsprachen die Symptome auch noch im 2-Monats-Follow-Up in beiden Gruppen den diagnostischen Kriterien einer PTBS. Der Effekt war insgesamt als moderat einzustufen (Polusny et al 2015) [CrossRef]
  • Achtsamkeit in der Behandlung von persönlichkeitsgestörten und traumatisierten PatientInnen. Vortrag von Luise Reddemann bei den 60. Psychotherapiewochen 2010 [pdf-download]
  • MBSR bei 27 erwachsenen Opfern von sexuellem Kindesmissbrauch: Im Follow-Up nach 24 Wochen Reduktion der Symptome von PTSD, insbesondere von Vermeidung (Kimbrough et al 2010) [CrossRef]
  • MiBCT bei einer 21-jährigen Frau, Einzelfallstudie (Cayoun 2008) [pdf-download]
  • Inverse Korrelation zwischen Achtsamkeit und Depersonalisation, Korrelation zwischen emotionalem Mißbrauch und Depersonalisation (positiv) und Achtsamkeit (negativ) (Michal et al 2007) [CrossRef – über Lippincott]
  • Anwendung von Achtsamkeit in der tiefenpsychologisch fundierten Traumatherapie (Reddemann 2006) [CrossRef]
  • ACT bei posttraumatischen Störungen (Orsillo, Batten 2005) [CrossRef]

Burnout und Stress

  • Ein Review beschreibt in 6 von 8 Studien eine statistisch signifikante Reduktion von Burnout bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen und bei Lehrern durch verschiedene achtsamkeitsbasierte Verfahren (Luken & Sammons 2016) [CrossRef]
  • Eine Metaanalyse von 19 Studien fasst zusammen, dass achtsamkeitsbasierte Verfahren im Arbeitskontext Stress reduzieren, dass diese aber nicht unbedingt anderen Methoden überlegen sind (Virgili 2015) [CrossRef]
  • Harrer, ME (2013) Burnout und Achtsamkeit. Stuttgart: Klett-Cotta [amazon]
  • Metastudie über Achtsamkeit bei MitarbeiterInnen im Gesundheits-Bereich. Ergebnis: Achtsamkeit bringt in 11 Studien eindeutig Benefits für die MitarbeiterInnen (weniger Stress, mehr Präsenz und Mitgefühl). Widersprüchlich waren die Ergebnisse in 9 Studien bei der Frage, ob achtsame TherapeutInnen bei ihren PatientInnen bessere Ergebnisse erzielen (Escuriex & Labbé 2011) [pdf-download] [CrossRef]
  • MBSR reduziert den Stress-Level bei Gesunden. Die wenigen in dieser Metaanalyse gefundenen Daten über spezifische Wirkungen erfordern weitere Forschung (Chiesa & Serretti 2009) [PubMed]
  • Achtsamere College-Studenten gehen besser mit Stress um, berichten über weniger Vermeidungsstrategien und aktiveres Coping. Diese Faktoren mediieren die Beziehung zwischen Achtsamkeit und Wohlbefinden (Weinstein et al 2009) [CrossRef]

Achtsamkeit hilft bei Angststörungen

 

  • 48 Patienten mit generalisierter Angststörung wiesen nach Absolvierung eines MBSR-Programms im Kontrollgruppenvergleich weniger Angst auf. Sie reagierten auch mit weniger Angst und Distress auf einen Stresstest und machten positivere Aussagen über sich selbst (Hoge et al 2013) [CrossRef]
  • Metaanalyse von 19 Studien mit achtsamkeits- und akzeptanzbasierten Interventionen zeigte im Prä-Post-Vergleich eine „robuste und substanzielle“ Verringerung der Angst und der depressiven Begleitsymptomatik (Vøllestad et al 2012) [CrossRef]
  • MBSR bei 16 Personen mit einer sozialen Phobie: Besserung von Angst, Depression und Selbstwert; verringerte negative Emotionen und geringere Reaktivität der Amygdalae während der Atembeobachtung (Goldin & Gross 2010) [CrossRef]
  • MBCT reduzierte bei 11 Patienten mit generalisierter Angststörung Angst und Depression (Evans et al 2008) [CrossRef] [PubMed]
  • Integration von Elementen von ACT und Achtsamkeit in ein Verhaltenstherapeutisches Gruppenprogramm: Pilotstudie mit 4 Patienten mit generalisierter Angststörung: Verbesserung der Symptomatik (Orsillo et al 2003) [CrossRef]
  • MBSR bei 22 Angstpatienten im 3-Jahres-follow-up: Die Mehrzahl der Patienten setzten ihre Meditations-Praxis fort. MBSR hat Langzeiteffekte (Miller, Fletcher & Kabat-Zinn 1995) [PubMed]

Achtsamkeit hilft bei Tinnitus

  • In einer Pilotstudie nahmen acht Patienten mit chronischem Tinnitus an einem achtwöchigen MBTSR-Programm (Mindfulness Based Tinnitus Stress Reduction) teil. In der quantitativen und qualitativen Erhebung nach dem Programm erzählten die Teilnehmer davon, dass der Tinnitus nicht mehr so schrecklich sei, dass es möglich sei, ihn wahrzunehmen, ohne ihn zu bewerten und dass er jetzt einfach da sein dürfe. Depression und Angst nahmen ab und die Wahrnehmung des Körpers veränderte sich. Der Körper und der Tinnitus bedürfe der Fürsorge und Liebe (Gans et al 2013) [CrossRef]
  • Achtsamkeit bei Tinnitus (Gans 2010) [pdf-download]